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Im Ayurveda besteht alles, was existiert – wir Menschen inbegriffen -, aus den fünf Elementen Raum/Äther, Erde, Feuer, Wasser und Luft. Die Elemente sind alle um uns und in uns: in unseren Gedanken und Körpern, in der Natur, in den Farben, Geräuschen und in den Sinnen – und natürlich auch in dem Essen, das wir zu uns nehmen.

Die fünf Elemente sind in jeder Lebensphase präsent – von den Jahreszeiten über die Lebensalter bis hin zur Tageszeit.

Körpergewebe und Knochen weisen beispielsweise einen hohen Anteil an Erde auf, da sie aus Mineralien aufgebaut sind, die in der Erde vorkommen. Die Körpferflüssigkeiten repräsentieren das Element Wasser, unser Stoffwechsel wiederum ist eine Erscheinungsform von Feuer – und alles, was in unserem Körper transportiert wird, wird durch Luft bewegt.

Die drei Doshas Vata (Raum/Äther & Luft), Pitta (Feuer & Wasser) und Kapha (Erde & Wasser) sind die drei Lebensenergien, in denen sich die Elemente in bestimmten Anteilen wiederfinden.

PRAKRITI (URSPRÜNGLICHER GEIST-KÖRPER-TYP): Prakriti ist die ayurvedische Geburtskonstitution, die man sich als genetischen Typ vorstellen kann (wie Haarfarbe, Körperbau, Augenfarbe etc.).

VIKRITI (AKTUELLER GEIST-KÖRPER-TYP): Vikriti umschreibt die momentane, jetzige Konstitution, heisst: was im Moment auf uns einwirkt. Vikriti kann jährlich, monatlich, täglich oder von einer Minute auf die andere schwanken. Es wird beeinflusst von unserer Umgebung, in der wir uns bewegen – und von unserer Ernährung.

Ist das Prakriti aus dem Gleichgewicht geraten, spürt man diese Unausgewogenheit als Erstes in Form von Blähungen, Hautausschlägen, Hitzewallungen, wundem Zahnfleisch, Magenverstimmung, schlechter Laune, Müdigkeit oder Angst.

VATA-TYPEN: Vom Körperbau her schlank und feingliedrig, nehmen eher in der Körpermitte an Gewicht zu. Haut ist häufig dünn und trocken. Frieren schneller als andere Dosha-Typen und schwitzen nur sehr langsam. Appetit ist wechselnd und unregelmässig. Fühlen sich schnell gestresst und abgespannt, sind oft schon am späten Nachmittag müde. Sind kreativ, enthusiastisch, aktiv, aufgeweckt und unruhig. Kein ausgesprägtes Gedächtnis, lernen aber schnell. Haben einen ausgeprägten Tastsinn und eine grosse Wertschätzung für Schönheit.

PITTA-TYPEN: Athletischer Körperbau, nehmen an Gewicht in der unteren Körperhälfte zu. Haben eine weiche, glatte, warme Haut und ihnen wird schnell heiss. Stoffwechsel ist hoch, Appetit und Verdauung sind gut. Gelten als entschlossen, wetteifern, ehrgeizig und hoch intelligent. Besitzen eine schnelle Auffassungsgabe und Scharfsinn, haben gern die Kontrolle über andere und die Dinge, stehen gern im Mittelpunkt. Sie sind häuft Entdecker und Forscher mit entsprechend viel Energie. Sind eher Nachtmenschen, haben aber einen tiefen Schlaf und neigen zu lebhaften (Alb-)Träumen.

KAPHA-TYPEN: Kraftvoller Körperbau, breite Schultern und weiche, ölige und glänzende Haut. Haben einen regelmässigen Appetit, eine relativ langsame Verdauung sowie einen guten, tiefen Schlaf. Wie Mutter Erde sind Kapha-Typen geduldig, geerdet, führsorglich, stabil und unterstützen ihre Familie und geliebte Menschen. Schätzen Kunst, Tanz und Musik. Haben einen guten Geschmacks- und Geruchsinn und lieben es, zu essen. Können sehr an materiellem Besitz hängen und haben Schwierigkeiten, zwischen Wesentlichem und Luxus zu unterscheiden. Sind hart arbeitende Menschen, neigen aber auch zu Faulheit und können länger als andere schlafen. Lieben Wärme und mögen Kälte überhaupt nicht.

Das Prakriti und Vikriti kann nur ein Vaidya, ein ayurvedischer Arzt, exakt bestimmen.

Hat man die Doshas verstanden, dann hat man Ayurveda verstanden. Die Harmonisierung der Doshas ist der Schlüssel für die Gesundheit.

Harmonisierung erreicht man, indem man Nahrungsmittel und Lebensgewohnheiten mit gegensätzlichen Eigenschaften sucht.

Im Ayurveda gilt kein Nahrungsmittel oder eine Aktivität per se als gut oder schlecht. In der richtigen Dosis wirken sie verstärkend und harmonisierend. Hier trifft die Redewendung “Alles in Massen” zu. Doch was für eine Person gut ist, muss nicht für eine andere Person ebenfalls gut sein. Es heisst ja auch: “Des einen Gift ist des andern Medizin.”

 

 

(Quelle: “East by West” von Jasmine Hemsley)
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