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Panchakarma.

10. Juni 2020

Panchakarma Kur Ayurveda

Panchakarma-Kuren sind das Herzstück der Ayurveda-Medizin und endlich komme auch in den Genuss, einer solchen Kur. Eigentlich war die Kur für die Frühlingsferien geplant, da der Frühling die ideale Jahreszeit für Reinigungskuren ist. Corona kam dazwischen. Aus diesem Grund haben wir die Kur auf die Sommerferien verschoben und freuen uns nun riesig darauf. Als Familie mit einem 6-jährigen Sohn ist es gar nicht so einfach, so etwas zu planen, da die Kur mit den täglichen Anwendungen einem doch sehr einspannt.

Südtirol statt Sri Lanka

Natürlich wäre ich dafür gerne drei Wochen nach Sri Lanka geflogen, aber die momentanen Umstände lassen das nicht zu, weshalb wir uns für ein Hotel im Südtirol entschieden haben. Es ist bestimmt keine “Hardcore-Kur”, wie sie z.B. in Indien ein einem Ayurvedischen Spital durchgeführt wird, aber uns war es wichtig, dass wir unseren Sohn dabei haben können und es auch für ihn ein schönes Programm mit Pool und Kinderclub etc. gibt.

Vorbereitung beginnt bereits zu Hause

Bereits eine Woche vor Kurbeginn müssen wir uns zu Hause vorbereiten. Primär heisst das leichte Kost sowie ein Verzicht auf Kaffee oder schwarzen Tee. Schon jetzt habe ich meinen Kaffeekonsum auf einen Kaffee pro Tag reduziert und werde versuchen, bis zur Kur ganz darauf zu verzichten.

Der etwas unangenehme Teil: Die Ausleitung

Die Kur selbst beginnt mit einer Vorbehandlung, bei der die akkumulierten Doshas (Vata, Pitta, Kapha) durch Massagen sowie das Trinken von Ghee aus den Geweben herausgelöst und zu ihrem Ursprungsort transportiert werden. Jedes Dosha hat seinen “Sitz” im Körper. Bei Vata ist das der Dickdarm, bei Pitta der Dünndarm und bei Kapha der Brustkorb und Magen. Ist dieser Prozess abgeschlossen, kommt es zur Ausleitung. Das heisst, die überschüssigen Doshas werden an ihren Hauptsitzen aus dem Körper ausgeleitet. Dabei bedient sich Ayurveda verschiedenen Verfahren:

  • Virecana: therapeutisches Abführen
  • Asthapana Basti bzw. Niruha Basti: reinigender Einlauf mit flüssigen pflanzlichen Abkochungen
  • Anuvasana Basti: nährender Einlauf mit medizinierten Ölen
  • Nasya: Verabreichung von Kräuterpräparaten und medizinierten Ölen durch die Nase
  • Vamana: therapeutisches Erbrechen

Nach meinem Wissensstand wird das therapeutische Erbrechen in Europa nur selten durchgeführt. Worüber ich jetzt auch nicht ganz unglücklich bin. Auch sonst möchte ich mir dazu noch keine tiefergehenden Gedanken machen. Dieser Teil der Kur wird vermutlich relativ unangenehm und trotzdem freue ich mich darauf, diese Erfahrung machen zu dürfen.

Wie neu geboren

Nach der Ausleitung folgt die Phase der Regeneration. Das Agni (Verdauungsfeuer) ist durch die Ausleitung sehr geschwächt und muss langsam und sanft wieder aufgebaut werden. Dies ist auch die Phase, in der der Patient viel Ruhe benötigt, was sich mit einem Kind vermutlich etwas schwierig gestalten wird. Aber wir nehmen es wie es kommt und freuen uns einfach auf dieses Erlebnis. Von vielen, die eine solche Kur gemacht haben, habe ich nur Positiv gehört. Ich bin gespannt und werde euch gerne darüber berichten (nicht im Detail natürlich).

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